Es ist nicht immer einfach - mit mir und für mich

Verbockt oder nicht verbockt?

Tja, gestern war mal wieder so ein Tag an dem ich es verbockt habe. Wie sooft.

Es gab eine Zeit in meinem Leben auf die ich überhaupt nicht stolz bin. Die ich eigentlich gerne löschen würde, aber es gibt diese Zeit.
Es ist 6 Monate nach dem Tod meines besten Freundes gewesen als ich wieder Kontakt zu unseren "gemeinsamen Freunden" gesucht habe. Hatte mich nach seinem Tod völlig zurückgezogen, wollte nicht mehr an Ihn denken etc.
Naja, jedenfalls hab ich mich dann wieder mit Ihnen getroffen, war am Anfang auch alles ok. Es tat gut mit jemanden reden zu können, über "alte Zeiten" zu quatschen. Jedoch habe ich zu spät bemerkt das sich diese Leute sehr verändert hatten. Früher waren wir oft mit dem Auto unterwegs, einfach irgendwo hingefahren und geschaut was dort so los ist. Jetzt allerdings hatten sich deren Vorstellungen von einem netten Wochenende geändert. Mittlerweile hatten Sie so eine Art Club-Haus. Ne kleine Hütte, etwas abseits gelegen. Es war immer jemand dort, 24 Stunden 7 Tage die Woche. Es lief Musik, essen und trinken stand da, nen Ort zum abschalten. Keiner der einem Vorschriften machte, jeder konnte machen was er wollte. Anfangs bin ich nur am Wochenende dort gewesen. Wir haben gefeiert, eine schöne Zeit gehabt. Getrunken hatte ich aber nie etwas, bin abends immer nach Hause gefahren.
Jedoch kam es wie es kommen musste, den einen Abend hab ich dann doch etwas getrunken. Da diese Bude auch Schlafmöglichkeite hatte hab ich mich überreden lassen. Zur Not hätte ich halt im Auto gepennt. So nahm das Schicksal seinen Lauf. Ich hatte eine gute Zeit, musste mir keine Sorgen machen wie ich nach Hause komme und konnte einfach mal den Kopf abschalten. So verlief es dann auch die folgenden Wochenenden. Freitags nach der Arbeit dort hin und Sonntags gegen Abend nach Hause.
Nach einem verdammt stressigen Tag auf Arbeit hatte ich jedoch auch das Bedürfniss dort zu sein. Also, einfach hin, ist immer wer da. Tja, wie soll ich es sagen? Ich hatte mir vorgenommen nichts zu trinken, aber irgendwie hab ich es doch getan. Fahren konnte ich nicht mehr. Habe meine Eltern angerufen und gesagt das ich bei einer Freundin penne, weil wir noch für die Schule lernen müssten. So, meine Eltern hatte ich bereits angelogen, die würden nicht mehr nerven heute Abend. Also, trinken und abschalten.
Am nächsten Morgen hatte ich jedoch so einen Kater, arbeiten ging nicht. Also anrufen und sagen man sein krank, fertig.
Ein schlechtes Gewissen hatte ich schon aber egal, muss auch mal sein.

So verliefen dann sehr viele Tage und die Wochenenden sowieso.
Meine Leistungen in der Schule und bei der Ausbildung liessen sehr nach. Ob ich meine Prüfung noch schaffen würde, denn in 2 Monaten stand meine Abschlussprüfung an.
Irgendwie habe ich da kurzfristig noch die Kurve bekommen und mich auf die Prüfung vorbereitet. Keine Ahnung woher der lichte Moment kam, aber mir wurde klar das die AUsbildung wichtiger war.

Wäre ein schönes Ende dieser Phase gewesen, aber ich musste noch einen drauf setzen.
Nach dem ich die Prüfung hinter mir und das Ergebnis in der Hand hatte war es vorbei. Die Leute hatten sich die ganze letzte Zeit immer wieder bei mir gemeldet, wo ich sei, wann ich mal wieder vorbei komme etc. Nun, jetzt gab es nichts was mich davon abhielt, also hin.

Wir haben meine bestandene Prüfung gefeiert, aber richtig.
An diesem Abend ist mir dann auch Jo aufgefallen.
Ein Typ, der einfach straight durchs Leben geht, sich von nichts und niemandem etwas sagen lässt, der einfach sein Ding macht.
Irgendwie hat mir das gefallen, warum weiß ich heute nicht mehr.
Naja, wir haben uns lange unterhalten und sind uns näher gekommen. Was genau den Abend passiert ist? Ich bin mir nicht sicher, ich weiß nur das ich am nächsten morgen neben Ihm aufgewacht bin.
Ich war von mir slebst so erschrocken, nicht meine Art. Naja, rein in die Klamotten und frische Luft. Gesagt, getan, erstmal raus eine rauchen. Was hab ich da blos gemacht? Diese Frage liess mich nicht mehr los, ich kannte mich so nicht. Aber es fühlte sich gut an. Ausser dieser Frage war nichts mehr in meinem Kopf, keine Gedanken mehr an meinen Job, keine Gedanken wegen meinen Eltern, einfach nur leer. Ich fühlte mich gut, frei, vielleicht sogar glücklich.
Denn die letzte Zeit war ich durch den Tod meines besten Freundes, die Sache mit meinem Ex und meinen Eltern absolut unglücklich, fühlte mich eingegengt und kontrolliert.

Plötzlich kam Mark auf mich zu.
Mark, wie soll ich Ihn beschreiben? Er war immer mit dabei wurde aber leider innerhalb der Gruppe herumgeschubst.
"Lass dich nicht zu sehr auf Jo ein, der ist nicht gut" sagte er zu mir und reichte mir einen Kaffee.
Ich sah ihn an und fragte "Was willst Du denn jetzt? Mach Dir mal Gedanken um dich und ncht um mich!" schnappte mir den Kaffee und ging.i
Was will der den jetzt? Geht den nichts an.
Ich trank meinen Kaffee und starrte in den Himmel.
Nach einer Weile waren auch die anderen wach, Jo kam zu mir und fragte mich was wir denn heute so machen wollen. In seiner Nähe fühlte ich mich beschützt, aber nicht wohl, nicht sicher. Diesen Gedanken ignorierte ich aber, denn was soll schon passieren? Meine Güte, bin alt genug.
Wir haben den Tag einfach so gelebt wie die anderen Tage auch, Musik hören, trinken, feiern. Was gibt es besseres?

So verliefen dann die nächsten Wochen und Monate.
Jedoch lief dann mein Arbeitsvertrag aus, ich hatte keinen Job mehr und konnte somit auch nicht mehr zu Ihnen fahren.
Anfangs hab ich mir noch Geld geliehen, aber das ging auch nicht lange gut. Der Kontakt bracht nach und nach ab. Ich merkte das diese Leute nicht so ehrlich und gut waren wie ich dachte.

Als ich einige Zeit später wieder einen Job hatte, hatte ich den Entschluss gefasst diesen Leuten zu sagen was ich von Ihnen hiel.
Nicht um Sie zu ändern, sondern um für mich einen Schlußstrich ziehen zu können. War mir einfach wichtig! Denn ich hatte die ganze Zeit versucht dazuzugehören, habe dafür gelogen, Geld genommen was mir nicht gehörte etc.

Ich fuhr also dort hin, fest entschlossen zu sagen was ich denke und dann wieder weg.
Als ich dort ankam kam Jo direkt auf mich zu, nahm mich in den Arm und küsste mich. Schwups, meine Vorsätze waren gelöscht, das alte Leben hatte mich wieder.
Dieses Mal hab ich es aber wirklich auf die Wochenenden beschränkt, vorerst.

Also, um es kurz zu machen, das ganze ging wieder von vorne los.
Jedoch hab ich mich auf der Arbeit nicht mehr krank gemeldet.
Es gab eine Zeit in der ich jedoch immer 5-10 Minuten zu spät kam, hatte morgens immer mit meinem inneren Schweinehund zu kämpfen "arbeiten oder einfach liegenbleiben?"
Ich habe mich dann immer fürs arbeiten entschieden, denn ich bin jeden morgen mit einem unguten Gefühl aufgewacht. Hab mich oft gefragt was ich eigentlich für einen Blödsin mache, warum ich es nicht schaffe mich von Ihm zu lösen.
Mir war klar das er nicht gut war. Es gab auch Monate wo der Kontakt weg war, weil ich einfach nicht mehr hingefahren bin. Aber dieser Mann hat eine Anziehungskraft auf mich, die kann ich nicht beschreiben.

Dieses hin und her zog sich über Jahre, hat bisher noch kein richtiges Ende gefunden. Jedenfalls bis gestern.
Auf Grund meiner Vergangenheit habe ich nach vielen Gesprächen, vielen schlaflosen Nächten einen Entschluss gefasst. Ich will keinen Kontakt mehr zu Ihm und den anderen. Es ist mir bewusst geworden das es mir nur schadet, wenn ich mich wieder auf Ihn einlasse. Wie ich zu diesem Entschluss gekommen bin. Naja, ganz einfach. Ich habe gemerkt das auch andere Menschen mir das Gefühl von Sicherheit geben können, nicht nur diese Leute mich mögen, sondern auch andere.

Jedenfalls habe ich mich gestern mit Ihm getroffen, bin zu dem Haus gefahren. Da ich aber nicht dort mit Ihm reden wollte hab ich Ihn gebeten das wir in die Stadt fahren. Also, ab ins Auto und in die Stadt. Auf dem Weg dort hin fragte er mich was ich denn reden wollte, warum ich so lang nicht dagewesen sein und warum er keinen Kuss bekommen hätte. Da konnte ich nicht mehr. "Weil ich nichts mehr mit DIR und den anderen zu tun haben will.ICH will das DU aus meinem Leben verschwindest. ICH will nicht mehr das Du mich anrufst oder schreibst. LASS MICH IN RUHE!"
Er schaute mich erschrocken an. Mir ging es gut, endlich hatte ich gesagt was ich wollte.
Es war absolute Stille im Auto.

Vor uns sah ich ein Polizeifahrzeug, allgem. Verkehrskontrolle.
Wie immer wurde ich natürlich rausgewunken. Haben Sie was getrunken? Führerschein etc. bitte.
Alles kein Thema, gepustet, lag bei 0,00. Papiere auch in Ordnung, war ein Mietwagen, daher dauerte das etwas länger.
Das passte Jo aber nicht. Er fing an zu pöbeln, die Polizisten und auch ich baten Ihn doch mal ruhig zu sein, brachte aber nichts. Er wurde so patzig das ich Ihn aus dem Auto warf und sagte das er laufen solle. Er stieg aus, pöbelte nochmals die Polizisten an und dann passierte was passieren musste. Sie haben Ihn durchsucht und auch was gefunden. KLASSE!!
Ich hab nen Mietwagen und der Typ hat auch noch was bei sich. Hätte ich das gewusst, ich hätte kein Wort mit Ihm gesprochen, ihn nichtmal auf 100 Meter an mich ran gelassen.
Dann haben die mich natürlich auch gleich mit auf die Wache genommen, denn auch ich wurde verdächtigt.
SUPER!! Ich wusste das er mir nicht gut tut, das ich dadurch mehr Ärger bekomme als ich vorher schon hatte, aber damit habe ich nicht gerechnet. Auf der Wache wurde ich dann befragt, ich hatte das Gefühl es zog sich stundenlang. Ich hatte wenigstens die Gelegenheit kurz zu telefonieren, musste ja noch bescheid sagen das ich zur Geburtstagsfeier zu spät komme. Das hab ich jedenfalls der Polizei gesagt. In Wahrheit habe ich meinen Anwalt angerufen, der dann auch vorbei kam.
Als er ankam bin ich gerade raus. Er sagte mir das alles ok sein, ich mir keine Sorgen machen müsse, aber das habe ich nicht wahrgenommen.
Wir sind noch einen Kaffee trinken gegangen, damit ich mich beruhige. Als ich auf dem Weg nach Hause war bekam ich Angst und habe mich für meine Blödheit gehasst. Um den Kopf frei zubekommen bin ich auf die Autobahn gefahren und habe am nächsten Rasthof angehalten. Erstmal eine rauchen und was zu trinken holen.
In mir kamen Gedanken hoch, was wenn Jo bei der Polizei sagt ich wusste davon, was wenn er mich da mit reinzieht, was mach ich nur?
In solchen Momenten bin ich früher immer zu Jo gegangen, aber das ging jetzt nicht. Also habe ich jemanden angerufen, leider jemanden den ich damit nicht zu texten wollte, weil er mir zu wichtig ist. Er ist aber auch derjenige auf den ich zur Zeit am meisten höre, der mich allein mit seiner Anwesenheit beruhigt, mir das Gefühl gibt das ich auf dem richtigen Weg bin.
Naja, egal...

Ich hatte Ihm gegenüber auch mal etwas von Jo angedeutet, er meinte nur "Ich werde sauer wenn Du das machst!"
Diesen Satz hatte ich noch im Kopf, deswegen hab ich ihn um Hilfe gebeten. Er sollte mir den Kopf waschen und mir gleichzeitig die Angst nehmen. Er hat zwar nicht viel geschrieben, aber das was er geschrieben hat passte. Jedoch ist mir erst später aufgefallen das er scheinbar was falsch verstanden hat, weil ich mich nicht klar ausgedrückt habe. Ich glaube er denkt ich hätte mich wieder auf Jo eingelassen um zu vergessen, dabei habe ich Jo aus meinem Leben geworfen, denn ich will nicht mehr vergessen. Ich will lernen damit umzugehen.

Es ging aber nicht nur um Jo, sondern im allgemeinen.
Ich versuche mein Leben zu ändern, ich weiß auch was ich machen muss, aber oft stehe ich mir selbst bei der Umsetzung im Weg.

Es ist nicht leicht sich von alten Verhaltensweisen zu trennen, aber ich will das so nicht mehr daher werde ich diesen steinigen Weg gehen, egal was noch alles kommt.

11.8.13 13:02

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