Es ist nicht immer einfach - mit mir und für mich

Warum bin ich auf Wohnungssuche?

Tja, warum ist jemand mit 28 Jahren auf Wohnungssuche?
Vielleicht weil die jetzige Wohnung nicht mehr gefällt, Mietvertrag endet, zur Weit zur Arbeit oder was auch immer.

Nein, bei mir ist es etwas anderes. Ich wohne noch bei meinen Eltern.
Ja, richtig gelesen, 28 Jahre und wohnt noch in Hotel Mama.
Ich selbst habe nach aussen keine Probleme damit, es ist einfach so.

Aber in Wirklichkeit schäme ich mich, ich will schon lange raus aus dem 10m²-Zimmer.
Warum bin ich es noch nicht? Nun ja, so richtig erklären kann ich es selbst nicht. Ich habe vor einigen Jahren eine recht ordentliche Summe Schulden gemacht. Mein Vater hat mir dann nach langen Diskussionen das Geld geliehen, damit ich diese bezahlen konnte weil Geld von der Bank ging nicht. Ich hatte zu dem Zeitpunkt gerade meine Ausbildung beendet und war arbeitslos.
Leider habe ich dann meinen Hintern auch nicht bewegt um einen neuen Job zu finden sondern wollte erstmal leben, entspannen etc.
Dann habe ich doch nach einiger Zeit einen Job bekommen, 2007 war das. Bei der Firma bin ich heute noch, alles ok soweit.
Jedoch ging dann mein Auto immer wieder kaputt, hatte einfach zu viele Kilometer runter. Also entschied mein Vater das der Wagen verkauft wird und ich ein anders Auto bekomme. Da ich wegen meiner Arbeitslosigkeit keine Chance hatte die Schulden bei Ihm zu begleichen konnte ich das erst mit meinem Job abstottern. Heißt also, ich hatte kein Geld für ein neues Auto. Es kam wie es kommen musste, Papa musste nochmals in die Tasche greifen und seiner Tochter das Auto finanzieren. Alles auf die große Rechnung. Diese wuchs und wuchs, denn das Auto was ich dann hatte war zwar ein Neuwagen, aber ein absolutes Montagsauto. Das Teil stand mehr in der Werkstatt als sonst wo.
Immerwieder Ölverlust am Getriebe, dann nach 1,5 Jahren Getriebeschaden, dann wieder ständiger Ölverlust. Das ging ca. 1 Jahr so. Dann hatte ich meinen Vater soweit das ich das blöde Dingen weg tun konnte und mir ein "vernünftiges" Auto holen konnte. Aber da war dann wieder das Problem mit der Kohle.
Tja, was hab ich wohl gemacht? GENAU!! Papa, kannst mir das leihen? Japp, hat er gemacht, aber zu seinen Konditionen. Da komm ich später zu. Also, gesagt getan, Auto gekauft (2010) und das habe ich heute noch! Bis vor kurzen war auch nichts dran, nur jetzt ist was am Motor und ich warte schon wochenlang auf die Ersatzteile aus England. Sollte aber auch bald erledigt sein. Kosten gehen wieder auf die große Rechnung, wie immer....


So nun zu den Konditionen meines Vaters.
Er hat mir das Geld geliehen, alles zusammen waren das so ca. 20.000 €
Er wollte das ich monatlich 400€ abzahle, war ja auch kein Problem, hab ich gemacht. Allerdings habe ich nich bedacht das die Benzinpreise steigen und so weiter. Naja, als ich dann gemerkt habe das es knapp wird, habe ich Ihn gefragt ob wir nicht auf 300 - 350 € mtl. runtergehen können weil mir das Geld fehlt.
Tja, ich hatte damit gerechnet das mein Vater das machen würde, schliesslich wollte er ja nicht das ich Rechnungen nicht bezahlen kann, nicht mehr zur Arbeit fahren könnte oder ähnliches. Das habe ich gedacht wurde aber eines besseren belehrt.

Mein Vater wollte Kontoauszüge, Verdinstbescheinigungen und eine Aufstellung meiner gesamten Ausgaben sehen und zwar SOFORT!

So hatte ich meinen Vater noch nie erlebt. Ja, er war schon immer etwas herrschsüchtig, hat gerne die Kontrolle aber ich war erwachsen, da hatte ich ja wohl das Recht ihm nicht mehr alles zeigen zu müssen.
Nun ja, ich sagte das auf meinem Konto am Monatsende nur noch nen paar Euro, so um die 30€ im Durchschnitt seien. Dies würde aber auch mal bei 0€ liegen, jenach dem wie die Spritpreise sind und wieviele Tage ich zur Arbeit muss.
Da kam dann erstmal eine Standpauke, das das nicht sein könne, da müsste mehr Geld sein, was ich machen würde.
Das Gespräch endete in einem heftigen Streit. Mehrere Stunden. An einem Punkt habe ich nur noch weinend den Raum verlassen, einige Sachen eingepackt und bin zu einer Freundin gefahren.
Bei Ihr bin ich dann für einige Tage untergekommen.

Da ich aber nicht bei Ihr bleiben konnte, weil die Wohnung zu klein war musste ich wieder zu meinen Eltern.
Als ich dort ankam ging es direkt weiter, wo ich gewesen sei, dafür hätte ich Geld, Geld das IHM fehlen würde. Da ich ja scheinbar für solche Aktionen Geld hätte könnte ich Ihm ja mehr bezahlen. Rate wurde auf 500€ erhöht.
Mein Vater hatte da aber nicht mit mir gerechnet. Es hab nichts schriftliches, keinen Beweis das er mir das Geld geliehen hatte. Somit habe ich nur gesagt "Entweder alles wie gehabt oder nichts. Wenn Du mehr Kohle willst beweis mir das ich dir was schulde!"

Danach war für einige Wochen Funkstille zwischen ihm und mir. Meine Mutter stand nur dazwischen und wollte davon nichts mehr hören.
JA, er hat mir geholfen, mir Geld geliehen. Das sollte er auch wieder bekommen, aber ich konnte diese überzogene Rate einfach nicht zahlen.
Leider hatte ich auch keine Möglichkeit Geld beiseite zulegen, denn Kostgeld musste ich ja auch noch monatlich zahlen, da war kaum was übrig am Monatsende.

Naja, egal hab ich mir damals gedacht. Ich zahle die Schulden ab und dann bin ich weg.
Nun ja, September / Oktober diesen Jahres wären dann die Schulden komplett beglichen, wäre mir mein Auto jetzt nicht kaputt gegangen. Laut Kostenvoranschlag kommen da ca. 2.500,00 € auf mich zu. Wie oben schon erwähnt hab ich keine große Möglichkeit Geld zu sparen. Gut, ich verdiene jetzt etwas mehr, aber auch nicht sonderlich.
Das war wieder ein gefundenes Fressen für meinen Vater. "Du schafft auch nichts ohne MEIN Geld!"
Was soll ich machen? Ich brauche das Auto, denn nur so komme ich zur Arbeit. Es fährt dort kein Bus, keine Bahn.

Ich habe mich mit einigen unterhalten, die Ihn auch kennen.
Alle wundern sich warum er so ist, sie würden Ihn so nicht kennen.
Tja, er hat zwei Gesichter. Das eine, was er nach aussen zeigt und das, was er Zuhause zeigt.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe meinen Vater, ich verdanken ihm verdammt viel.
Es hat mir nie an etwas materiellem gefehlt, aber leider an Verständnis von seiner Seite.

Ich war immer ein Papa-Kind, mein Papa ging mir über alles, bis heute. Klar liebe ich auch meine Mutter, aber zu meinem Vater hatte ich immer einen besonderen Draht. Sobald er da war, war ich bei ihm. Bis ich ca. 11-12 Jahre alt war. Da hat sich das von seiner Seite geändert, denn da kam ich in die Pubertät. Ich war nicht mehr sein kleines Mädchen, das mit Ihm Fahrrad gefahren ist, zum schwimmen ging. Ich fing an mich für andere Dinge zu interessieren. Ich glaube bis heute bin ich bei Ihm nicht älter als 11-12 Jahre und so behandelt er mich auch.

Als vor einigen Wochen der Satz gefallen ist "Ich überlege auszuziehen" ist er in den Keller gegangen und erst nach zwei Stunden wieder hochgekommen.
Ich muss dazu sagen, dass mein Vater ein Alkoholproblem hat, schon sehr lange. Mir ist das aber erst so mit 14-15 Jahren klar geworden.
Wenn er getrunken hat wird er sehr leicht aggressiv, beleidigend etc. Es ist für mich jedoch normal, es tut weh, aber ich kenne es nicht anders.
Naja, er kam wieder nach oben und hat rumgepöbelt. Da ich noch verabredet war habe ich meiner Mutter nur bescheid gesagt das ich weg sei und bin gefahren.

Am nächsten Tag erzählte mir dann meine Mutter, dass mein Vater meinte" Die soll mal ja nicht glauben das ich Ihr helfe. Soll sie doch machen. Das Geld dafür hat sie doch garnicht! Da hat ihr mal wieder jemand Flausen in den Kopf gesetzt und ich soll wieder zahlen? Nee nicht mehr! Die soll ihr Schulden bezahlen und dann kann sie für immer verschwinden!!" Das hatte gesessen. Nichtmal den Mut mir das selbst zu sagen hatte er! Tja, wirst schon sehen.

Seitdem Tag habe ich nicht mehr davon gesprochen auszuziehen, aber ich werde es tun. Egal ob ich noch Schulden bei Ihm hab oder nicht. Ich habe bereits mit der Bank gesprochen. Da ich ein festes Einkommen hab, hab ich auch gute Chancen bei einem Dahrlehn/Kredit wenn ich das denn will.
Mehr hab ich bisher noch nicht unternommen in Sachen Geld, aber es ist eine Aussage mit der ich arbeiten kann.
Sobald ich eine Wohnung habe, diese eingerichtet ist werde ich die Restschulden bei Ihm auf einen Schlag bezahlen. Mal sehen was er dann von seiner Tochter hält. Denn seine Tochter hat eins von Ihm gelernt. Meist ist nur auf sich selbst verlass!

11.8.13 11:21

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