Es ist nicht immer einfach - mit mir und für mich

Der Tag, der mein Leben änderte

Es ist ein warmer März-Abend, Wochenende. Nach langem hin und her habe ich mir das Auto eines Freundes geliehen, ein bischen rumfahren und die Seele baumeln lassen. Nach den stressigen Tagen in letzter Zeit genau das richtige.
Gleich noch zum See und mit meinen Freunden gemütlich auf der Terrasse sitzen, Blick auf den See und in Errinerungen schwelgen, was gibt es schöneres?
Nach stundenlangem quatschen ist es Zeit nach Hause zu fahren. Alleine gehe ich den Weg zum Auto über den hellerleuchteten Parkplatz. Alles ist wie immer. Ich schließe die Tür auf, steige ein und als ich losfahren will reißt jemand die Beifahrertür auf und springt in ins Auto. Ich schaue erschrocken rüber und sehe diese dunklen, glänzenden Augen, die mich anstarren. Diese Augen kenne ich zu gut, diesen Blick kenne ich ebenfalls. Das kann jetzt einfach nicht wahr sein. NEIN! Panik steigt in mir auf, kann keinen klaren Gedanken fassen. Raus aus dem Auto, an mehr kann ich nicht denken. Aber vor lauter Angst bin ich völlig erstarrt. Was macht er hier? Wo kommt er her? Warum habe ich Ihn nicht gesehen? Ich habe doch immer auf die Ratschläge der anderen gehört.
Langsam streicht er mir durchs Haar, über die Wange, zieht meinen Kopf zu sich. Er flüstert mir ins Ohr "Schatz, ich bins. Ich bin wieder da. Hast du mich so sehr vermisst wie ich dich?" Seine Lippen kommen meinen immer näher, dieser Geruch von seinen Klamotten, seinem Haar, seiner Haut. Den kenne ich. Er küsst mich. Ich bin immernoch erstarrt. Wo kommt er her? Langsam löst sich meine Starre und der reine Ekel kommt in mir hoch. "Geht weg! Lass das! Ich will nicht!" brülle ich Ihn an.
Er schaut mich an, in seinen Augen ist zu sehen das es Ihn verletzt hat. Doch nun schwenkt die Verletztheit in Wut. Er reißt den Autoschlüssel an sich, zwingt mich auf den Beifahrersitz und er geht ans Steuer. Er zerrt an mir, schubst mich, lässt mich nicht atmen. Ich tu was er verlangt, überlege aber was ich machen kann um dieser Situation zu entfliehen. Eh ich mich versehen kann hat er auch schon das Auto gestartet und fährt eine abgelegene Straße entlang. Über all nur Wald, keine Häuser, keine Autos, absolut nichts ausser Ihm und mir. Er fährt und faährt und fährt. Er erzählt mir von seinen Plänen für uns, das er mich nicht vergessen kann, ich Ihm immernoch viel bedeute. Er sei nicht sauer auf mich, das ich bei der Polizei gegen Ihn ausgesagt hätte. Er könne mich verstehen, die anderen hätten mich unter Druck gesetzt. Aber unsere Liebe sei stärker und wir gehören für immer zusammen.
Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, dabei waren gerade mal 15 Minuten vergangen. Ich hörte Ihm aufmerksam zu, nickte alles ab. Ich wusste zu was dieser Mann fähig ist. Ich hatte bei der Polizei die Wahrheit gesagt, das er mich geschlagen und vergewaltigt hatte. Dafür wurde er zu 3 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt. Damals hatte er bereits gesagt das uns nichts trennen kann, wir zusammen gehören und er mich überall finden würde.
Das hatte er jetzt auch.

Er fährt langsamer, biegt ab und fährt einen Schotterweg entlang. Nach einigen Minuten sehe ich im Scheinwerferlicht eine kleine Hütte. Er hält an, macht den Motor aus und sagt "Das ist unser Zuhause mein Schatz! Ich habe alles vorbereitet! Komm lass uns reingehen."
Er steigt aus und zieht mich am Arm auf seiner Seite aus dem Wagen.Er hält meine Hand ganz fest, zieht mich in diese Hütte.
Er macht eine kleine Lampe an.
Mitten im Raum steht ein großes Bett, geschmückt mit Rosen.
"Wie findest du es? Schau dich um." sagt er und verschließt hinter sich die Tür. Ich schaue mich um, alle Fenster sind mit Gittern von aussen verschlossen. Es gibt nur diesen einen Raum, die Tür ist abgeschlossen. Panik macht sich wieder breit.
Er hat es sich bereits auf dem Bett gemütlich gemacht und zieht mich nun zu sich. Ich versuche mich zu wehren, sage Ihm das ich mich noch umschauen will. Seine Nähe macht mir Angst, ich weiß zu was er in der Lage ist. Ich darf nur keine Angst zeigen, muss mich verhalten wie er es erwartet. Das Spielchen kenne ich noch.

In der einen Ecke steht ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen, auf dem Tisch standen Lebensmittel, er will also länger hier bleiben.
Auf der anderen Seite ist ein Waschbecken und eine Toiletten, ein Eimer mit Wasser steht daneben.
"Warum hast du das hier gemacht?" frage ich Ihn.
"Das hier ist jetzt unser neues Zuhause, mein Schatz. Hier kann uns niemand stören." antwortet er.
Ich stand direkt vor dem Tisch, mit dem Rücken zu Ihm.
Im Fenster sehe ich wie er auf mich zu kommt, doch schon hat er seine Arme um mich gelegt, hält mich fest. Er küsst meinen Hals, meinen Nacken, streicht mir mit einer Hand über die Brust, mit der anderen hält er meine Hände fest. Er geht zurück zu Bett ohne mich loszulassen, zieht mich zu sich. Ich falle auf das Bett und er liegt auf mir, streicht mir über den ganzen Körper. Er achtet darauf das ich meine Hände nicht bewegen kann, will das ich mich ihm ganz hingebe. Ich versuche ihn wegzuschieben, es geht nicht. Er fährt mit einer Hand unter mein Shirt, schiebt es nach oben, über meinen Kopf. Schiebt meine Arme ebenfalls nach oben und zieht mir das Shirt komplett aus. Abrupt hält er mit einer Hand meine Arme über meinem Kopf, drückt sie in das Kissen. Ich kann sie nicht mehr bewegen. Er fängt an mich zu küssen, geht dann immer weiter nach unten. Mit seiner anderen Hand öffnet er meine Jeans, schiebt diese sowie den Slip nach unten. Ich bemerke jetzt erst das ich weine, mein komplette Gesicht ist mit Tränen übersäht. Er sieht mich an "Ich habe dich so vermisst. Ich habe mich so sehr auf diesen Moment gefreut. Dir geht es scheinbar genauso, denn du weinst ja vor Glück". Seine Augen verraten mir das er wirklich glaubt was er sagt. Mir wird bewusst das ich nur zwei Möglichkeiten habe, es über mich ergehen zu lassen oder zu kämpfen. Während ich mir darüber klar wurde das nur kämpfen etwas bringt hatte er bereits seine Hose ausgezogen und versuchte in mich einzudringen. Mit aller Kraft schlage ich auf Ihn ein, denn er hatte seinen Griff leicht gelockert. Er sieht mich an, in seinen Augen sah ich die Wut, die Aggressionen in Ihm aufsteigen. Er erhebt die Hand und schlägt mit in Gesicht "Du willst die harte Tour, die geb ich dir!" Er drückt meine Arme so sehr nach hinten das ich Schmerzen habe, keine Möglichkeit mit zu wehren. Es macht Ihn an Macht zu haben, die Kontrolle zu haben und seine Bedürfnisse zu stillen. Er tut es, immer und immer wieder. Meine Schreie, meine Versuche zu treten stören Ihn nicht. Er macht weiter. Sekunden werden zu Stunden. Wann hat das ein Ende. Ich will sterben.

Plötzlich steht er auf, geht zum Waschbecken und wäscht sich.
Ich liege auf dem Bett, völlig verheult. Er würdigt mich keines Blickes. Wie damals. Er geht zum Tisch, setzt sich und fängt an zu essen. "Willst auch was?" murmelt er.
Ich steh auf, ziehe meine Sachen an. Mir ist total schlecht, alles dreht sich. Ich setze mich zu Ihm "Schatz? Können wir noch etwas raus gehen, ich möchte an die frische Luft" sage ich zu Ihm.
Er schaut mich erschrocken an "Ok. Ich zieh mir nur schnell was an". Er dreht sich um, geht zum Bett, bückt sich nach seine Sachen. In diesem Moment greife ich nur nach dem Stuhl und schlage mit aller Kraft zu. Er geht zu Boden, stöhnt vor Schmerzen. ist benebelt. Das gibt mir die Möglichkeit die Tür aufzuschließen zum Auto zu rennen und mich dort drin einzuschließen. Und zu meinem Glück hat er eine Angewohnheit nicht abgelegt, den Schlüssel im Auto zulassen.
Ich starte das Auto, er reisst an der Tür, schlägt gegen das Fenster. Ich fahre.

Ich kann nicht fassen was gerade passiert ist, was hat er getan, warum hat er das getan? Was habe ich getan, was mache ich jetzt? Wo ist er? Folgt er mir? Ich schaue nervös in den Rückspiegel.
Nein, ich sehe nichts.
Wo bin ich überhaupt? Wo soll ich hin? Mein Handy, wo ist mein Handy? Ah, da ist es. Mist kein Empfang.
Ich fahre nun schon einige Minuten ohne ein Strassenschild zu sehen, doch plötzlich sehe ich in einiger Entfernung Licht. Ein Ort. Telefon! Polizei!
Ich habe Empfang, rufe die Polizei und erzähle was passiert ist. Es werden direkt Beamte losgeschickt. Der Polizist am Telefon spricht mit mir, fragt was genau passiert sein, ob er noch dort ist. Das beruhigt mich. Er lobt ich für meinen Mut.
Seine Kollegen treffen ein, eine Frau kommt auf mich zu und befragt mich. Nachdem ich Ihnen gesagt habe wo das passiert ist fahren Sie direkt dort hin, die Polizistin bleibt bei mir und redet beruhigend auf mich ein. Ich merke jetzt erst wie sehr ich zitter, das ich die ganze Zeit am heulen war und es immernoch bin.

Nachdem er festgenommen wurde werde ich zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Die Polizistin weicht mir nicht von der Seite und ist einfach nur da. "Es ist richtig was Sie gemacht haben. Niemand hat das Recht soetwas zu tun. Sie trifft keine Schuld. Sie haben nichts falsch gemacht. Machen Sie sich das bewusst. Er wird seine Strafe bekommen. Sie sind die Stärkere! Das müssen Sie Ihm jetzt zeigen!"

Die Untersuchung ist eine Qual, aber es muss sein um Ihm zu zeigen wer am Ende der Stärkere ist. Nur diesr Satz, dieses Denken hat mich an diesem Tag am Leben gehalten.

11.8.13 11:18

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