Es ist nicht immer einfach - mit mir und für mich

Umgang mit mir

Ich frage mich gerade wie sich meine Mitmenschen mir gegenüber verhalten sollen damit ich Sie nicht falsch verstehen kann.
Ehrlich und Direkt, aber leider ist auch dies nicht immer das beste.
Denn auch ehrliche Worte können daneben gehen oder gar komplett falsch verstanden werden.
Da kann aus einem "Das kannst du so nicht machen" mit dem man einfach nur sagen will "Ich verstehe was du willst aber den Weg den du dir dafür überlegt hast ist meiner Meinung nach nicht der richtige" schnell mal als "Das schaffst du doch nicht, jeder andere würde das schaffen aber du kannst das nicht" werden.
Was ich damit sagen will ist das auch in einem ganz normalen Gespräch bei einigen Menschen, die bereits mit solchen Selbstzweifeln zu kämpfen haben, der Inhalt des gesagten nicht richtig erkannt werden kann. Dies führt dann zu noch mehr Verunsicherung und Zweifeln. Es gibt keine Möglichkeit solche Situationen zu vermeiden, aber meiner Erfahrung nach ist es für mich einfacher bei solchen Sätzen nochmals nachzufragen was genau damit gemeint ist. Leider gibt es in meinem Umfeld nicht viele bei denen ich mich dies traue. Denn es ist mir schon oft passiert das ich gefragt wurde "Wie was ich damit meine? Was haste denn daran jetzt nicht verstanden?"
Meine Antwort ist dann immer "Egal"
Dabei möchte ich in diesem Moment gerne sagen "Ich wollte wissen was Du damit gemeint hast. Ob ich das richtig verstanden habe und wir nicht aneinander vorbei geredet haben"
Ich traue mich aber nicht, will nicht als Trottel oder so dastehen, als jemand der nicht zwischen den Zeilen lesen kann.
In manchen Dingen kann ich zwischen den Zeilen lesen, leider aber nicht immer. Ich beziehe vieles gerne auf mich, das es an mir liegt, das ich schuld bin.
Es ist in solchen Momenten egal wie sehr man mir erklärt das ich das nicht bin, für mich bin ich es. Ich überlege ob ich es anders hätte machen können, ob das zu einem anderen Ergebnis geführt hätte. In meinen Gedanken komme ich immer zu dem Schluss "Ja, du hast es verbockt!" Das wirft mich häufig in ein tiefes Loch, eine Art Verlies. Ich versuche auszubrechen, aber es geht nicht. Nur ein kleiner heller Lichtschein ist zu sehen, doch dann kommen Wolken und es wird total finster. Früher haben mir in solchen Situationen meine Tagträume geholfen, aber aus Angst das diese mich wieder zu sehr verändern wehre ich mich dagegen.
Jedoch schaffe ich das nicht immer, es gibt auch Momente in denen ich gegen diese Gedanken nicht ankomme, in meinen Gedanken zu jemandem werde der kein Problem mit alldem hat.
Es hilft mir zwar aus dem Loch, aber mir wird sehr schnell wieder bewusst das ich nicht so bin.

Wie wäre ich gerne?
Ich wäre gerne normal, jemand der auch mal mit einem Nein umgehen kann ohne dies auf seine Person zu beziehen.
Ich wäre gerne mal jemand, den man lobt, der Anerkennung für seine Leistungen bekommt, Anerkennung so zu sein wie ich bin.
In meinem inneren bin ich jemand der gerne lacht, für vieles offen ist, ein offenes Ohr für andere hat und eigentlich genau weiß was er will. Leider fehlt mir die Kraft diese Person auch zu leben, diese Seite öffentlich zu zeigen.
Mir sind diese ganzen Dinge bewusst, nur an der Umsetzung hapert es ziemlich. Tageweise kann ich diese Person "spielen", jedoch kommt es mir wirklich so vor als spielte ich eine Rolle.

In den letzten Jahren habe ich nur wenige Momente erlebt in denen mir diese Rolle nicht als gespielt vorkam. Leider habe ich mit dem Tod meines besten Freundes vor fast 10 Jahren einen Menschen verloren, bei dem ich so sein konnte.
Bei meinen jetzigen Freunden und Bekannten ist das leider nur in Ausnahmefälle möglich. Nicht das ich glaube Sie würden es nicht gut finden, ganz im Gegenteil.
Es ist mehr die Angst vor der Frage "Warum warst du nicht immer so?" oder "Was ist denn heute mit dir los? Du bist so anders".
Wie soll ich reagieren? Die Wahrheit sagen und damit den Leuten erzählen was mir passiert ist? Die Gefahr das Sie meinem mich bemitleiden zu müssen ist mir zu hoch. Ich will kein Mitleid, das brauche ich nicht. Was ich brauche ist einfach Verständnis, jemanden der hinter mir steht, der einfach sagt "Du bist Du und das ist gut so! Ich mag dich wie du bist!"
Ich möchte nicht das ich durch meine Vergangenheit anders behandelt werde sondern das Menschen mich einfach nur als Mensch sehen. Klar, durch meine Vergangenheit haben sich meine Handlungen gegenüber Menschen geändert, es mag sicherlich auch der Eindruck von Arroganz und Überheblichkeit bei einigen hervorrufen, aber bei genauerem hinsehen wird man feststellen das es eigentlich nur Unsicherheit und zu wenig Selbstvertrauen ist. Es ist einfach die Angst nochmals von jemanden so verletzt zu werden. Es ist die Angst, die einen dazu bringt sich zurück zu ziehen.

11.8.13 11:25, kommentieren

Was will ich und was bin ich bereit dafür zu tun?

Auch dieser Tage fing nicht gerade gut für mich an. Die Reparatur meines Autos wird nun doch teurer, es wird auf einen neuen Motor hinauslaufen. Klasse, denn ich habe keine andere Möglichkeit als mir das Geld von meinem Vater zu leihen. SUPER!! Alles was ich mir vorgenommen habe rückt damit wieder in unendlich weite Ferne. Genau das was mir Kraft gegeben hat wird mir wieder genommen.
Mag sein das viele jetzt denken "Man, nicht aufgeben, sieh doch nicht alles gleich so schwarz...." aber es fühlt sich so an.
Ich weiß das es auch anders geht, aber mir fehlt zur Zeit der richtige Blick dazu. Anderen gebe ich selbst immer diese Ratschläge, bin optimistisch. Funktioniert jedoch nur solange wie ich selbst nicht davon betroffen bin. Anderen geht es auch schlecht, haben mehr Probleme als ich, aber ich habe die letzten Jahre dafür gekämpft die Anerkennung meines Vaters zu bekommen, dass er sagt oder zeigt er ist stolz auf mich. Das hat er aber nicht. Es kommen immer nur Vorwürfe, ich sei nicht gut genug, würde nichts schaffen usw.

Langsam fange ich an das zu glauben, vielleicht hat er ja doch recht?

Vielleicht hat nicht nur er sondern auch andere recht?
Habe sehr oft erfahren müssen was Leute über mich denken, halten mich für unselbstständig, naiv, zurückgeblieben.
Unselbstständig? Ja, ich manchen Situationen brauche ich wirklich eine Hand die mir hilft, aber nicht weil ich nicht weiß wie sondern weil ich unsicher bin. Möchte niemanden verletzen oder enttäuschen. Brauche einfach dann nochmal jemanden der sagt "Mach das. Es ist richtig!"
Naiv? Ich glaube immernoch an das Gute im Menschen, das es faire Menschen gibt und jeder seine eigenen Gründe für sein Verhalten hat. Bin ich deshalb naiv? Ich denke nicht, denn wäre ich naiv, würde ich noch Kontakt zu meinen früheren "Freunden" haben.
Zurückgeblieben? Hey, ich bin nicht auf den Kopf gefallen, habe schon das ein oder andere geschafft. Nur weil ich nicht offen auf jeden zugehen kann bin ich zurückgeblieben? Oder ist damit gemeint das ich es noch nicht zu einer eigenen Familie (Mann+Kinder+Haus) geschafft habe? Ich fühle mich dazu noch nicht bereit, das ist alles. Ich habe noch mit meiner Vergangenheit zu kämpfen, bevor ich dies nicht im Griff habe denke ich nicht an eine eigene Familie.
Sicher, ich habe auch den Wunsch danach, aber es ist einfach noch nicht meine Zeit. Dafür sind noch zuviele Sachen im meinem Leben die geklärt werden müssen. Ich möchte dieses hinter mir lassen um ein vernünftiges Leben zu führen. Dann kann ich auch über eine eigene Familie nachdenken.
Auch wenn der ein oder andere der Meinung ist, dass mir das helfen könnte, so sehe ich es anders. Meine Altlasten sollen nicht durch etwas anderes in meinem Leben ersetzt werden, ich will und muss diese verarbeiten und nicht verdrängen. Es bringt mir nichts wenn ich davon immer wieder eingeholt werde und es mich hindert mein Leben zu genießen.

Was ich bereit bin für ein neues Leben zu tun?
Fast hätte ich gesagt alles, aber das stimmt so auch nicht.
Ich bin bereit mich meiner Vergangenheit zu stellen, den Kontakt zu meiner Familie (vorerst) zu verlieren.
Zur Zeit ist mir mein Job sehr wichtig, denn dort habe ich die Möglichkeit abzuschalten und merke gleichzeitig das ich auch etwas kann. Das tut mir gut.
Ebenso will ich zu einigen Leuten den Kontakt nicht verlieren, denn das lachen, reden etc. würde mir einfach fehlen.
Ich bin allerdings bereit dazu die Freundschaft zu meiner besten Freundin zu minimieren / auf Eis zu legen. Sie ist zur Zeit so sehr mit sich selbst beschäftigt, es gibt kein Treffen auf dem ich mal meine Sorgen aussprechen kann, es geht um Sie und Ihre Probleme. Auf meine Nachrichten, das es mir schlecht geht reagiert Sie meist erst Tage später. Dann, wenn ich das "schlimmste" bereits hinter mir habe. Braucht Sie jemanden oder etwas, tja dann muss es JETZT sein.
Es ist sehr selten geworden, dass Sie wirklich mal ein Ohr für mich hat. Klar, es geht fast immer um das gleiche, aber wirklich hilfreiche Tipps oder nette Worte von Ihr sind nicht möglich.
Das macht mich echt traurig und bestätigt mich leider auch sehr häufig in meinem Denken, dass ich es nicht wert bin.

Ich habe mir bereits mehrfach vorgenommen Ihr klar zu machen, dass ich dieses nicht mehr will und es für mich eine sehr einseitige Freundschaft ist aber ich bekomme es nicht übers Herz, bekomme ein schlechtes Gewissen etc.
Verzwickte Lage, denn ich weiß das Sie das Herz am rechten Fleck hat, dies aber gerne versteckt. Genauso wie ich ist Sie zu oft verletzt worden.

11.8.13 11:24, kommentieren